Frage – Antwort / Medizinzentrum „Polinar“

Wie ist der nahe stehende Mensch zur Behandlung zu zwingen?

Antwortet  Irina Alexandrowna Djatlowa

Laut Gesetz der Ukraine „ Über die Leistung der psychiatrischen Hilfe“ darf weder eine stattliche, noch eine private Klinik die Patienten gegen Trunk- bzw. Drogensucht zwangsweise zu behandeln. Die Zwangsbehandlung ist nur in dem Fall möglich, wenn der Rauschzustand für den Abhängigen direkt lebensbedrohlich ist. Aber die Drogenabhängigkeit ist eine psychische Erkrankung, auf deren Grund die pathologische Verhaltensform liegt, d.h. das Verhalten ist auf die Selbstzerstörung orientiert und es sollte im Grunde genommen keine Idee geben, ob man sich behandeln lässt oder nicht. Die Familie soll die Entscheidung statt dem Patienten treffen. Dabei ist es nicht zu vergessen, dass Ihr Familienmitglied krank ist und die aktuelle Situation nicht adäquat einschätzen kann.

Im Alltag kann man mit den Überredung, Überzeugung, Aufklärung eines Verwandten oder einer Respektperson zuerst versuchen. Aber diese Personen sollen selbst nicht alkoholabhängig sein.

Zu den Erfolgsbedingungen gehören Geduld und gleichmäßige Stimmung. Reden Sie ruhig, ohne Schrei und ohne Beschuldigung. Vergessen Sie nicht, dass am besten man über seine Gefühle und Wahrnehmungen spricht, verwenden Sie mehr „Ich“-Botschaft als „Du“-Botschaft.

— ich mache mir Sorgen um dich
— ich habe Angst um unsere Familie und Kinder

Reden Sie über die Folgen und Alkoholabhängigkeit, über die konkreten Verhaltensverstöße und -störungen Ihres kranken Verwanden in den letzten Tagen bzw. Monaten, die mit dem Alkoholverbrauch zu tun haben. Ruhig und überzeugend, auf keinen Fall beleidigend. Der Überzeugungsprozess ist auf die Überwindung der Schutzbarrieren des kranken Menschen. Es soll zu einem Zeitpunkt kommen, wenn er sein Leben so sieht, wie es in der Realität ist.

Nach einem warmen, herzlichen Gespräch versuchen Sie zu erfahren, ob er trinken aufzuhören möchte. Bitten Sie darum nicht, einfach nachfragen!

Vielleicht gelingt es Ihnen, zur Klinik mit dem Patienten zu kommen, nicht für die Behandlung, sondern für die Untersuchung. Denn viele Patienten meinen, wenn es um die Behandlung geht, werden sie sofort in der Klinik gesperrt, ihnen wird Spritze gegeben und sie werden da ewig festgehalten. Unter der Untersuchung versteht man Diagnostik des ganzen Organismus, die eine Stunde dauert, Elektrokardiogramm und andere Untersuchungen, falls nötig, eine einfache ärztliche Untersuchung. Wenn Ihr Verwandter doch absagt, den Arzt zu besuchen, lassen Sie die Hoffnung nicht sinken!

Im Notfall kann man den Arzt nach Hause rufen, wo der Narkologe versucht, den Patienten die Notwendigkeit der Untersuchung und Behandlung zu erklären, wenn der Patient einverstanden wird, wird er gleich zur Klinik gebracht.

Es ist wichtig zu gedenken, falls Sie keine Schritte unternehmen, könnten die Folgen höchst unberechenbar sein. Vergessen Sie sich auch in solcher Situation, bei den ständigen Überzeugungsversuchen nicht. Versuchen Sie zu verstehen, was Sie wollen, mit Hilfe eines Narkologen erfahren Sie über das Verfahren „Intervention“.